"Sich selbst zum Kunstwerk machen" - Christian Morgenstern

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Ausbildungsteilnehmerinnen kommen zu Wort:

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Eurythmieausbildung in der Freien Kulturschule in Karlsruhe

ein Kommentar von Rose Schwenzer, 45 Jahre alt

Die elementare Erfahrung meines bisherigen Lebens lässt sich in dem Eindruck zusammenfassen: ich stoße überall an, aber da ist nichts Klares, nichts Fließendes zwischen mir und den anderen Menschen. Der Wunsch nach einem Reinen, Zarten und vor allem Fließenden in meinem Austausch mit der Welt wurde immer lauter in mir. Aber wie konnte ich zu anderen Menschen über einen so eigenartigen Wunsch überhaupt sprechen? Und doch spürte ich überall Mauern, die meine Bewegung blockierten.

Schließlich fand ich in der Eurythmie einen Weg, der mir hilft, die Quelle des Fließenden in meinem eigene Körper zu entdecken, und ich freue mich festzustellen, dass mein Bedürfnis nicht nur eine fixe Idee , sondern ursächlich in meinem, ja im Grunde eines jeden Körpers veranlagt ist.
Auch lerne ich meine eigene mitgebrachte Erfahrung verstehen und als Teil einer grundlegenden und notwendigen Lebens-erfahrung zu begreifen. Denn die Eurythmie gibt sich mir gerade nicht als
irgendeine persönliche Sichtweise, Eigen-Art oder Idee zu erkennen. Auch nach 2 Jahren Ausbildung erlebe ich sie nicht allein verwurzelt im Zeitgeist oder als bloße Gegenbewegung. Sie führt mich vielmehr zum Urgrund des Menschen und somit zu mir selbst. Das merke ich daran, dass sich seither Dinge in meinem Leben verändern, die vorher unerschütterlich fest waren.

Ich bin froh über die Möglichkeit, in der Kulturschule in Karlsruhe ein berufsbegleitendes Studium absolvieren zu können. Da ich selbst Lehrerin und somit ein „hörender“ Mensch bin, stellt für mich die Sprache, insbesondere die Sprache der Vermittlung eine wesentliche Grundlage meines Lernens dar. Und Gudrun Kohr, die Leiterin der Ausbildung, liebt die Sprache als auch die Sache außerordentlich. Mit Leichtigkeit verwandelt sie Worte und Gefühle in Bilder der Bewegung, und sie versteht es ebenso, körperliche Erfahrungen und Haltungen wiederum begrifflich zu fassen.

Hier fühle ich mich beheimatet.

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Zu meiner Eurythmieausbildung in der Freien Kulturschule in Karlsruhe

ein Kommentar von Maria Hauck, 54 Jahre

Im Rahmen meiner kunsttherapeutischen Ausbildung bei
Claus Kohr habe ich das große Glück, bei Gudrun Kohr in der Lauteurythmie teilnehmen zu können. Ich habe gerne die Laienkurs-Eurythmie gemacht und auch mit Begeisterung Eurythmieaufführungen gesehen, mit der leisen Sehnsucht: Ach, könnte ich das auch lernen.
Allerdings dachte ich, es wäre zu spät, anzufangen.


Nun ergab es sich, dass eine Teilnehmerin nur die Toneurythmie machen wollte. Und plötzlich war ich mitten in der Ausbildung für die Lauteurythmie. Nach kurzer Zeit merkte ich, wie diese Bewegungskunst auf andere Gebiete meines Lebens wirkten. Ich wurde offener, beweglicher, leichter, was auch meiner Familie gut tut.


Ich freue mich an der Bewegung und an der Möglichkeit, mich dadurch weiterentwickeln zu können.






 

Einige Aspekte zu meiner Eurythmieausbildung in der Freien Kulturschule


                                 ein Kommentar von Ljiljana Schuster,  Erzieherin

                            

 

Wäre das Wort Eurythmie ohne die Vorsilbe Eu, würde es nur auf das Rhythmische weisen und hätte nicht das Harmonische, das Schöne und Wohltuende, für das die griechische Silbe Eu steht.

Sehr froh und dankbar bin ich, dass es die Christian Morgenstern- Ausbildungsstätte für eurythmische Kunst in Karlsruhe gibt, wo ich bei der wunderbaren Eurythmistin Gudrun Kohr Eurythmie lernen darf.

Ich spüre unmittelbar, dass die Bewegungen, die wir in der Eurythmie ausführen, menschengemäß sind und dass sie in sich etwas wie einen Lebensquell haben, der umso reicher fließt, je regelmäßiger er angesprochen wird, übend in Bewegung gebracht wird. – So kann der Mensch durch Eurythmie in kleinen Schritten Harmonie und Frieden entwickeln- zunächst in sich und für sich, dann auch mehr und mehr ausstrahlend.


Das heutige Ausgerichtetsein der Erwachsenen auf den Intellekt geht unmerklich auf die Kinder über, da sie kaum anderes in ihrer Umgebung wahrnehmen. Gerade die Kräfte der Herzregion aber können wir durch die Eurythmie besonders pflegen und ausbilden, indem wir Liebe wecken für alles Sein und Freude an allem Tun.

Da die Kinder besonders das Bedürfnis haben, sich in Schönheit und Leichtigkeit zu bewegen, möchte ich gerne den Kindern bewusst gestaltete, schöne Gebärden entgegenbringen; denn, spielend und tanzend voller Freude sollen die Kinder sich in ihre Umwelt einleben, sich mit den Raumverhältnissen vertraut machen und mit Entdeckerlust die Erde lieben lernen.


Nun zuletzt noch ein Zitat von Rudolf Steiner aus dem 1. Vortrag des Buches: „Erziehungskunst. Methodisch- Didaktisches“: „… würden die Menschen die richtige Leichtigkeit dazu haben, so würden sie mit allen kleinen Kindern eigentlich tanzen, würden sich mit allen kleinen Kindern irgendwie bewegen…Wenn die Eltern lernen würden, sich eurythmisch mit dem Kinde zu beschäftigen, so würde etwas ganz anderes in den Kindern entstehen, als es sonst der Fall ist, sie würden eine gewisse Schwere, die in den Gliedern lebt, überwinden. Alle Menschen haben heute eine solche Schwere in ihren Gliedern. Die würde überwunden werden…“

So bin ich Gudrun und Claus Kohr sehr dankbar, meine individuelle Ausbildung zu ermöglichen.